Der Bürgermeister kneift

Beim Besuch des RBB Roburs vergangene Woche hatte Bürgermeister Mirbach noch angekündigt, „weiter kommunizieren“ zu wollen, um für die Vorteile des gewog Deals zu werben. Doch dies blieb leider ein Lippenbekenntnis.

Denn die beste und nahe liegendste Möglichkeit, mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, ließ er ungenutzt: auf der Bürgerversammlung am 29.11. im Gemeindezentrum Apfelbaum ließ er sich nicht blicken. Schade, sonst hätte er sich überzeugen können, wie viele ungelöste Fragen es rund um den fragwürdigen Deal gibt und wie sehr das viele Bürgerinnen und Bürger beschäftigt.

Im Anschluss an drei Impulsreferate mit anschließender lebhafter Diskussion verteilten sich die ca. 90 Anwesenden auf verschiedene Stehtische, wo einzelne Themenkomplexe in kleiner Runde vertieft werden konnten. Die Entschlossenheit, dieses Bürgerbegehren zum Erfolg zu führen und einen Bürgerentscheid zu erzwingen, war überall spürbar.

Brisantes Interview mit der gewog Geschäftsführerin

Im Zuge der Vorbereitung zum Robur Besuch in Michendorf sprach die RBB Redakteurin I. Alboga auch mit Katja Schmidt aus der Geschäftsleitung der gewog in Kleinmachnow. Einen etwa zweiminütigen Zusammenschnitt des Interviews spielte Frau Alboga den Anwesenden beim Robur Besuch vor. Die Aussagen hatten es in sich! Denn die Zweifel, die wir Bürger-Begehrenden an dem gewog Deal haben, bekamen eindeutig Nahrung!

Ein paar wenige ausgesuchte Zitate belegen dies. Zu Beginn des Interviews am Mittwoch vergangener Woche stellte Frau Schmidt klar:

„Wir sind ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen.“
 
Das ist für sich besehen noch nichts Weltbewegendes. Im Zusammenhang mit der gerade vom Aufsichtsrat der gewog abgeräumten Mietpreisbremse, bekommt diese Aussage aber Brisanz. Konkret angesprochen auf das Thema Mietpreispolitik erteilte Fr. Schmidt jeglicher Form von Mietpreisgarantie denn auch eine klare Absage: 
 
„Garantien, die Mieten in den nächsten 10 Jahren nicht zu erhöhen, kann die Gesellschaft nicht geben. Dabei wird jedes Objekt einzeln betrachtet.“ 
 
Will heißen: die Mietpreissteigerungen können für jedes Objekt unterschiedlich ausfallen. 
 
Zum erwarteten Mietniveau möglicher Neubauten in Michendorf sagte sie folgendes: 
 
„Bei Neubauten sind Mieten ab 8,50 Euro bis 9 Euro zu erwarten.“ 
 
Zum Vergleich: die Bestandsmieten in den Immobilien, über die wir hier reden und für deren Erhalt in Gemeindebesitz wir kämpfen, betragen z.Zt. zwischen 5,50 Euro und 6 Euro.
Nun kann sich jeder seinen eigenen Reim darauf machen, was von den Versprechungen, die der Bürgermeister gebetsmühlenartig als Argument für den schlechten Deal anführt, zu halten ist.

RBB berichtet über das neue Bürgerbegehren!

Der RBB war mit seinem blauen Robur Bus am Donnerstag vor Ort und berichtete über das Bürgerbegehren gegen die Übertragung unserer Wohnimmobilien nach Kleinmachnow. Viele Bewegte und Betroffene waren vor Ort! In der Debatte ging es durchaus hitzig her. Man spürte förmlich den Redebedarf, das Bedürfnis nach Austausch, der durch die technokratischen Beschlüsse in der GVV und die Nicht-Kommunikation des Bürgermeisters längst nicht befriedigt wurde. Die Redakteurin gab sich große Mühe, einen Dialog zu stiften zwischen dem Bürgermeister und seinem Volk. Das klappte nur so mittelgut – wer’s noch nicht gesehen hat kann es hier nachholen, es lohnt sich. Insbesondere die Antworten der gewog, die Fragen des RBB beantwortete, haben es in sich:

https://www.rbb-online.de/brandenburgaktuell/serien/unterwegs-mit-dem-robur/michendorf.html

Die Bürger begehren weiter

Zweites Bürgerbegehren bei der Gemeinde Michendorf eingereicht (Pressemitteilung, Artikel MAZ)

Die Entscheidung der Gemeindeverwaltung, dass das erste Bürgerbegehren gegen die Übereignung von gemeindeeignen Grundstücken und Wohnhäusern in Michendorf an die „Gemeindliche Wohnungsgesellschaft Kleinmachnow mbH“ (gewog) wegen einer einzigen fehlenden Stimme gescheitert sei, sorgt in den Orten der Gemeinde Michendorf weiterhin für Aufregung. Und für weitere Aktionen. Eine Beschwerde bei der Kommunalaufsicht über die Art und Weise, wie in Michendorf Unterschriften für ungültig erklärt wurden, liegt bereits vor. Auch eine Sondersitzung der Gemeindevertretung ist bereits beantragt. Nun kommt als weiterer Schritt ein zweites Bürgerbegehren.

Dieses zweite Bürgerbegehren wurde heute von Frau Dr. Andrea Heiser-Reichert aus Wildenbruch und Herrn Stephan Hoffstadt aus Stücken bei der Wahlleiterin der Gemeinde Michendorf eingereicht. Weiterlesen