Amtliche Kostenschätzung generiert 3,8 Millionen?

„Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, lässt Goethe Faust sagen.
Inzwischen hat das Amt Michendorf die Kostenschätzung den Initiatoren übergeben. Sie beinhaltet einen Vergleich von vier Möglichkeiten, die es ihrer Einschätzung nach gibt, um die kommunalen Immobilien in den kommenden 20 Jahren zu bewirtschaften. Diese amtliche Schätzung ist eine wichtige Information an uns mobilisierte Bürgerinnen und Bürger und daher ein notwendiger und nachlesbarer Teil der Unterschriftenliste.

Beim Vergleich der heutigen Zahlen mit denen, die vor einigen Tagen noch aktuell waren, lässt sich feststellen, dass nunmehr die Variante zum Beitritt und zur Mitgliedschaft in der gewog erstaunlich positiv bilanziert wird. Wurde auf dem amtlichen Schreiben vom Frühjahr des Jahres noch ein Minus von mehr als 1,6 Millionen Euro ausgewiesen, gibt es nunmehr ein Plus von mehr als 2,2 Millionen Euro. „Was ist passiert? Welche Gelddruckmaschine wurde angeworfen?“, fragt sich Andrea Heiser als Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens II. „Ganz offensichtlich versucht der Bürgermeister, die Zahlen ’schön‘ zu rechnen, um den Bürgern von Michendorf zu vermitteln, dass der Beitritt der einzig vernünftige Weg sei.“ Aber wer soll dies glauben, angesichts der plötzlich auftretenden Plussumme? Wäre diese Zahl bereits in der Einwohnerversammlung am 27.09.2018 präsentiert worden, hätten die Bürger nicht so hartnäckig nachgefragt und Alternativen vorgeschlagen.

Dem Bürgermeister wäre angesichts der Diskussionsbeiträge schnell klar geworden, dass es nicht nur vier, sondern weitere Möglichkeiten gibt, um die Immobilien zu bewirtschaften. Eine davon beinhaltet den Vorschlag, nicht nur die kommunalen Wohnungen, sondern alle kommunalen Einrichtungen und kommunalen Flurstücke sowie die der kommunalen Verwaltung übergebenen Immobilien in einen Eigenbetrieb zusammenzufassen. Denn nicht nur Wohnungen, sondern auch Kitas, Schulgebäude und Bürgerhäuser etc. müssen täglich verwaltet werden.
Mit der Drucksache 203/2018 bringen die Fraktionen AG SPD/DIE LINKE, Bündnis 90/Die Grünen, FDP genau diesen Vorschlag in die Sitzung der Gemeindevertretung am 05.11.2018 ein. Folgt man dieser Idee, ergeben sich neue Ausgangsdaten und damit neue Kostenabschätzungen. Diese liegen nicht vor. Doch diese interessieren uns. Denn nur so kann die Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger gesichert werden. So kann Wirtschaftlichkeit gelingen! Daher muss die Übereignung an die gewog verhindert werden. Was können Sie tun? Stoppen Sie den Beschluss, die Wohnungen an die gewog Kleinmachnow zu übereignen mit Ihrer Unterschrift.
Erste Nachfragen sind bereits eingegangen. Das Interesse, sich zu beteiligen, ist offensichtlich.